Glaube und Spiritualität

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Pastoralassistentin Andrea Felden

 

Hier finden Sie beispielhaft einen solchen spirituellen Impuls:
technology (c) www.pixabay.com

Wochenimpuls 8. November 2021 ~ Kleider machen Leute ~

Martin (c) Andrea Felden

 Mit Gold und Silber konntest du dich schmücken, aus Byssus, Seide und buntem Gewebe war dein Gewand. Feinmehl, Honig und Öl aßest du. So wurdest du überaus schön, du wurdest tauglich zu königlicher Herrschaft.  (Ez 16,13) 
 Ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen. (Mt 25,36)
 Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an, steckt einen Ring an seine Hand und gebt ihm Sandalen an die Füße! (Lk 15,22)

Nachdem im vorigen Jahr die Martinszüge ausfallen mussten, wird es nun in dieser Woche endlich wieder leuchtende Laternen und leuchtende Gesichter geben. Der heilige Martin ist seit über 1500 Jahren einer der bekanntesten und beliebtesten Heiligen. In der heutigen Zeit werden die Traditionen rund um Sankt Martin vor allem von Kindergärten und Grundschulen gepflegt. Doch die Geschichte von der Mantelteilung ist kein "Kinderkram"; sie enthält auch für Erwachsene eine wichtige und aktuelle Botschaft. Denn Schutz vor Kälte ("sonst ist der bittre Frost mein Tod") ist nur ein Aspekt von Kleidung. Vielleicht noch nicht einmal der wichtigste. "Kleider machen Leute" lautet eine Redensart. Der König ist an seiner Kleidung zu erkennen und der Bettler ebenfalls. Im Gleichnis vom verlorenen Sohn drückt der Vater seine Liebe zu seinem reuigen Sohn aus, indem er ihm festliche Kleidung schenkt. Und nach dem Matthäus-Evangelium ist jede Kleiderspende ein Geschenk an Jesus selbst. Kleidung ist mehr als nur Schutz vor Kälte. Jemandem die Kleidung wegnehmen ist mehr als nur das Wegnehmen von Kälteschutz. Vor seiner Kreuzigung nahmen römische Soldaten Jesus die Kleidung weg, um ihn noch mehr zu demütigen. Nackt und würdelos sollte er sterben. Der Heilige Martin, ebenfalls ein römischer Soldat, hat dem Bettler (und damit Jesus Christus) nicht nur ein Stück Stoff gegeben. Er hat ihm auch seine Würde zurück gegeben.

Dieses Gebet des Martin von Tours ist überliefert:
"Herr, segne meine Hände,
dass sie behutsam seien,
dass sie halten können, ohne zu Fesseln zu werden,
dass sie geben können ohne Berechnung,
dass ihnen innewohnt die Kraft, zu trösten und zu segnen.

Herr, segne meine Augen,
dass sie Bedürftigkeit wahrnehmen,
dass sie das Unscheinbare nicht übersehen,
dass sie hindurchschauen durch das Vordergründige,
dass andere sich wohlfühlen können unter meinem Blick.

Herr, segne meine Ohren,
dass sie deine Stimme zu erhorchen vermögen.
dass sie hellhörig seien für die Stimme der Not, dass sie verschlossen seien für Lärm und Geschwätz,
dass sie das Unbequeme nicht überhören.

Herr, segne meinen Mund,
dass er dich bezeuge,
dass nichts von ihm ausgehe, was verletzt und zerstört,
dass er heilende Worte spreche,
dass er Anvertrautes bewahre.

Herr, segne mein Herz,
dass es Wohnstatt sei deinem Geist,
dass es Wärme schenken und bergen kann,
dass es reich sei an Verzeihung,
dass es Leid und Freude teilen kann."
 St. Martin, 4. Jahrhundert

Das Foto ist in der Kapelle St. Martin in Freilingen aufgenommen.